Dass eine einflussreich werdende Bewegung, die die Machteliten stört, durch gezielte (Geheimdienst-)Operationen geschwächt oder umgelenkt werden soll, ist bekannt. Neben psychologischen Operationen (PsyOps) von Geheimdiensten und der Etablierung von zersetzend und zerstreuend wirkenden „Bewegungen“ (Controlled Opposition Groups s.o.) stellt auch das Wechselspiel zwischen Kritikern und Kritisierten einen effektiven Ansatz zur Zerschlagung von Bewegungen dar. So kann, im besten hegelianisch-dialektischen Sinne (138), durch die Kombination von schmähender Kritik und heißblütigen Erwiderungen ein eskalierender Streit mit disruptiven Folgen ausgelöst werden.
Die Unterwanderung der rechten Szene durch Geheimdienste, wie sie sich am Beispiel der NPD im Rahmen des NPD-Verbotsantrags durch das deutsche Bundesverfassungsgericht herausstellte (139), sollte Anlass zur Skepsis geben. Wann es sich bei Neonazis tatsächlich um handelnde Subjekte oder aber um „geleitete“ Objekte handelt, bleibt unklar. Hinweise für geheimdienstliche Einflüsse gibt es darüber hinaus genauso im linken (vor allem im linksradikalen) Milieu. Aber gerade die Aversion gegen Nazis und Antisemitismus im linksliberalen und linksalternativen Bürgertum macht rechte Gruppen zu einem hervorragenden Werkzeug, um kritische Ansichten oder Analysen zu diskreditieren. Henning Bökes Verteidigung der offiziellen 9/11 Verschwörungstheorie in der jungen Welt vom 25. August 2009 (140) im Zusammenhang mit der Kritik an einer rechten Unterwanderung im Internet ist ein Musterbeispiel für diesen Reflex und zeigt, wie effektiv solche Kontaminationen wirken.
ist zwar lang aber wäre schön wenn wir mal drüber diskutieren würden.
http://www.hintergrund.de/20091117530/hintergrund/medien/konspiration-auf-dem-kunstrasen-reframing-9/11.html